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das leben jeden tag neu entdecken…

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ebay Kleinanzeigen, Vorstellungswelten und die Kunst der Kommunikation

Schrank2Steigen wir ohne lange Vorreden ins echte Leben ein. So, wie es wirklich ist.

Die Kommode
Ich hatte eine Kommode für 10,00 EUR angeboten und gesagt, dass sie recht schwer sei und es wohl 2 Leute für den Transport bräuchte.

Annika:
Hallo, ist die Kommode noch da?
Fröhliche Weihnachten 🙂

Annika später: Dann würde ich sie gerne holen.

Annika später: Geht die Kommode in einen Opel Aquila?

Annika später: Wie schwer ist die Kommode?

Annika später: Und wann ist denn bei euch Hilfe für den Transport da?

Ich habe meine stets freundlichen Antworten ausgelassen. Meine letzte Antwort besagte, dass wir als Rentner nicht in der Lage seien beim Transport zu helfen.

Annika: Ah okay, dann vor Sylvester?

An dieser Stelle habe ich die Kommunikation abgebrochen.

Der Schrank
Der Schrank war zu verschenken. Musste allerdings im zweiten Stock abgebaut werden, da er sonst nicht die Treppe herunter ging.

Folgend Anfragen erhielt ich:

AS: Wir wollten ihren Schrank holen?

Anna: Ich habe Interesse für den Kleiderschrank.Wer ist Mörbisch auch den Kleiderschrank vorbeizubringen weil ich leider kein Auto habe und ich kann es leider nicht abholen mein Mann ist ja arbeiten

Geirhou: Wann kann ich den abholen?

Sergei: Kann ich morgen kommen und abholen?
Meine Antwort: Ja ab 17.00 Uhr in 12345 Mummelhausen.
Sergei: Das zu weit weg.

Lesen ist Kunst. Wohl wahr. Postleitzahl und Maße waren natürlich jeweils Bestandteil der Anzeige.

„Guten Tag, hallo, liebe Grüße“ sind wohl nicht mehr so in. Aber ich bin alt, hab wohl verpasst, was da so angemessen ist.

Das Internet ist ein böser, finsterer Ort. Da nennt man keine Namen, Initialen, Namenskürzel und Handynummern müssen wohl reichen. Adresse nennen im Austausch gegen die Abholadresse geht wohl auch nicht. Feste Termine machen scheint auch out zu sein. Und wo kommt um Himmels willen dieses Anspruchsdenken her?

Natürlich habe ich brav auf alles geantwortet. Zum Teil bis zu 4 Mal. Der Schrank steht hier immer noch. Ich habe Stunden damit verbracht, die Anfragen und ihren Verlauf zu bearbeiten und auseinander zu halten.

Nichts gegen Kleinanzeigen. Ich habe für 500 EUR ein Objektiv gekauft, mit perfekter Abwicklung und freundliche, engagierte Menschen dabei kennengelernt. Toll!

Was habe ich gelernt? Keine Kleinpreisartikel mehr einstellen und nichts verschenken. Der Schrank wird auseinander genommen und zum Sperrmüll gegeben. Die Kommode behalte ich. Sie ist schon wieder voll.

 

Farb.Los.

November. Diesmal hat er mich überfallen. Die Bäume recken nur noch schwarze Äste. Pfützen. Matsch. Endloser Regen. Pampige Schneeflocken dazwischen. Grau. Ich nenne es Betongrau. Weil es auf mit lastet. Schwer.

Es gilt die guten Seiten einer farblosen Welt zu entdecken. Und es gibt sie! Man muss sie suchen, sie herauskitzeln, sie finden. Hinter das Grau und oft auch hinter die Farbe sehen.

So steckt in einem farbigen Bild oft ein besseres Schwarzweiß Bild. Und Grau ist noch lange nicht Grau. Monochrom nicht monoton. Es betont. Reduziert. Lenkt den Blick aufs Wesentliche.

Leicht melancholisch? Vielleicht. Aber auch inspirierend.BWMin9BW18+1a

 

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Der Schwarm1BW

Die wilde, schöne Insel

Sylt im November: Morgens an einem abgelegenen Strand, wenn dir zwei Stunden lang niemand begegnet, das Farbspiel am Himmel, die unendliche Weite – das ist als wäre man an einem Ort, der gar nicht auf diesem Planeten liegt.

Mit Sturm und Graupelschauern muss gerechnet werden.  Alle 15 Minuten ist anderes Wetter. Jeden grauenhaften Wettereinbruch belohnt der Himmel immer wieder mit einem neuen grandiosen Schauspiel aus aufgerissenen Wolken, Sonnenstrahlen aus der Tiefe und endlosen Mengen Regenbögen. Täglich eine andere Lichtstimmung, ein neues Gemälde. Bis alleine das Betrachten von so viel Schönheit erschöpft.

Dann nicht wie heim zu Gosch: Tote Tante trinken und Fisch essen bis zum Abwinken. Eingekuschelt in eine Decke unter einem Wärmestrahler das Spektakel aus sicherem Abstand betrachten. Und sich wie eine große Familie fühlen. Alles Inselverrückte!

Eines Tages hat es uns am Strand erwischt bis auf die Knochen … Auf dem Rückweg durch die Dünen freundliche Kommunikation aus der triefenden Kapuze heraus mit den Fußgängern Richtung Strand: „Oooh, jetzt haben Sie das Beste verpasst!“ Erwartungsvolles Lächeln: „Macht nichts, wir bekommen unseren Teil schon noch ab.“ Das ist Sylt im November…

August1

April1

Dez1

Dez2

Juni1

Mai2

März2

Oktober1

Sept2

Feenland II

Heute begegnet ihr einigen ungewöhnlichen tierischen Bewohnern des Feenlandes. Mit etwas Fantasie und offenen Augen könnt ihr sie draußen auch entdecken. Denn Feenland ist überall.

 

Der stachelige DämonADer stachelige Dämon1

 

Der geriffelte PflaumentüllkäferADer geriffelte Pflaumentüllkäfer1

 

Der blaue NachtfalterADer blaue Nachtfalter1

Der blauäugige Erdbeerzuckerkrabbler

Der blauäugige Erdbeerzuckerkrabbler

 

Die stachelmäulige BlattnaseDie stackelmäulige Blattnase

 

Der fliegende grüne Fuchs

Der fliegende grüne Fuchs

 

Der magere Rothaubentroll

Der magere Rothauben Troll

Omas Puddingsuppe oder das kleine Glück

Gibt es ein Recht auf Glück? Vielleicht. Aber wohl keine Garantie. Es kommt, durchglüht einen – und es geht.  Und hinterlässt einen fassungslos und/oder dankbar, es gehabt zu haben. Nie fühlt sich Glück so gut an wie in seiner Abwesenheit.  Da gibt es Menschen, die glauben, dass das Glück einem zufällt. Schicksal halt. Und Leute, die fest glauben, dass man daran arbeiten kann und sollte: es zu erringen und es festzuhalten. Ich weiß es nicht. Sicher bin ich, dass man es zulassen muss, dass das Glück einen findet. Und dass man zulassen muss, dass es bleibt.

Was man immer für sich tun kann, ist ab und zu für das kleine Glück zu sorgen. Was das kleine Glück ist?

GlückJeder hat das kleine Glück. Man besitzt es. Kann es festhalten, sich daran erinnern und es in manchen Fällen sogar immer wieder hervor holen. Es birgt Wärme, treibt einem die Tränen in die Augen, vertreibt die kalte Leere und macht Mut. Was es ist, das weiß nur jeder selbst. Es ist eigentlich ganz leicht zu finden. Man muss nur mal ein wenig in sich gehen.

 

Hier kommen meine augenblicklichen Top Five des kleinen Glücks – keine Reihenfolge, keine Wertigkeit, ggf. nach Verfügbarkeit 😉 …

  1. Omas Puddingsuppe

Wenn wir als Kinder unglücklich waren, nicht weiter wussten, nicht schlafen konnten, dann kochte Oma eine Puddingsuppe. Eine heiße dicke Vanille Pudding Suppe mit Extra Zimt und Zucker obendrauf. Es ist völlig ausgeschlossen mit zwei Tellern dieser Suppe im Bauch unglücklich zu sein. Zumindest wird das Unglück definitiv auf später verschoben.

  1. Am Meer sein

Welle13Am liebsten, wenn es kalt ist und stürmt. Den Rhythmus der Wellen in sich aufnehmen, geblendet vom Glitzern des Lichts die Augen schließen, Demut vor etwas Ewigem, Altem, Gleichmütigem empfinden, das dir sagt, wie winzig dein Unglück ist und welch Glück es bedeutet, ein Teil von all dem hier zu sein. Und endlich die eine Muschel zu finden…

  1. Mit einem schnarchenden Hund im Bett schlafen

Hunde schlafen tiefenentspannt. Voller Vertrauen. Warm.  Träumend. Sanft atmend. Sich streckend. Schnaufend. Und plötzlich erinnerst du dich wieder, wie die Welt sich anfühlt, wenn alles richtig ist. Dass wir uns nicht missverstehen: Hunde gehören ins Hundebett. Nur halt manchmal: für das kleine Glück, wenn man es braucht.

  1. Mary Hopkins – Those Were The Days

https://www.youtube.com/watch?v=y3KEhWTnWvE. Das war, als all die aufregenden, guten Dinge passierten.  Ich hab’s gehabt. Das gehört mir. War einfach genial.  Erinnern macht glücklich.

  1. Ein schottischer Island Malt

Gerne ein Laphroig oder ein Talisker. Sonne von innen. Vor den inneren Augen das tosende Meer und die schroffe Küste, auf der Zunge und in der Nase den Geschmack und Geruch von Salz und Torf. Eine ganze Welt voller Geschichten von Feen und Kobolden. Voller Mythen und Sehnsüchten und Kämpfern und Träumern. Ein Glas nur – das ist  voll die Kleinglückdroge.

Und was ist euer kleines Glück?

 

Das Fest

Zypressen

Wir feiern ein Fest.
Des Nachts im Lavendel
bei Glühwürmchenlicht.
Die Milchstraße
fällt uns auf den Kopf
und Satelliten
streifen uns durchs Haar.

Ab und zu
explodiert ein kleiner Stern
und verglüht schweigend
über den Wipfeln
der Zypressen.

Immer dann
darfst du mich küssen.

Die Zeit der Wunder

Die Zeit der Wunder
ist vorbei, sagst du.
Vernunft regiert.

Brunnen2
Und doch: ich gehe
durch ein grünes Land.
Die Ufer unerschlossen,
die Tiefen unerforscht.
Kein Weg, außer dem,
den ich gehen will.
Gefahr? Bedrohung?
Ich bin der Weg.
Und ich bin nicht verschieden
von dem Grün.
Dieses Land endet,
wenn ich aufhöre zu gehen.
Dieser Weg führt dorthin,
wohin ich gehen will.
Denn hier:
regiert die Sehnsucht.

Die Umarmung…

Aquarell

Und als wir so lagen
so umschlungen wie es nur ging
Haut an Haut

trommelte der Sturm die Tropfen
auf das Blechdach
und wir lauschten dem Wasser
wie es in den Fallrohren stürzte

Der alte Hund zu unseren Füßen
atmete schwer und seufzte im Schlaf

Und in den Nachhall dieses Seufzers hinein
erzählte er mir mit weicher Stimme
die Geschichte des wilden wilden Meeres in mein Ohr

Von der Unerbittlichkeit all dessen
was geschehen würde

Und meine Furcht verschwand
Wie er verschwand

Ich dachte
das Meer würde ihn umarmen
Aber das war falsch
Er umarmte das Meer

 

Zerbrechlich…

Stormbird

Zerbrechlich –
und doch
erlebt der Vogel
im Sturm seinen Höhenflug

Waves…

Welle2

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer…

Erich Fried

Welle3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welle13

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Welle1

 

Märchenhaft

Ein Märchenbuch. Hans Christian Andersen in einer Druckausgabe von 1954. Mit Bildern, die wir heute wohl nicht alle als kindgerecht beschreiben würden. Passend zu den oft sehr bösen und doppeldeutigen Geschichten. Und oft so traurig, dass sie einem die Tränen in die Augen treiben.

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Eigentlich sind es Märchen für Erwachsene. Wer sich darauf einlässt, geht auf eine abenteuerliche Reise.

Ich fand das Buch ziemlich zerfetzt in meinem Buchbestand. Und entschloss mich, es restaurieren zu lassen. Nach wochenlangem Warten kam es in meine Hände zurück.

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Es lohnt sich zurückzukehren zu den Geschichten, die wir alle erinnern, aber große Teile davon vergessen haben. Auch wenn es in einer weniger bildreichen Ausgabe ist.

AM2

Die kleine Seejungfrau. Die Prinzessin auf der Erbse. Das hässliche Entlein.

AM3

Die Galoschen des Glücks und das Mädchen mit den Streichhölzern: „Da ging nun das kleine Mädchen auf den nackten zierlichen Füßchen, die vor Kälte ganz rot und blau waren. In ihrer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer und ein Bund hielt sie in der Hand. Während des ganzen Tages hatte ihr niemand etwas abgekauft, niemand ein Almosen gereicht.“

AM5

Vom Sohn eines Schuhmachers zum gefeierten Schriftsteller. Seine Biographie ist ein Märchen an sich. Seine Geschichten haben keine Zeit. Sie sind so hoffnungsvoll wie verzweifelt. So traumhaft liebenswert wie kalt und böse. Immerdar gültig.

AM6

Ich habe für eine Weile die Zeit vergessen.  Und mich verloren in den Erinnerungen an Kindheit und den schlichten bald tröstenden, bald bitteren Wahrheiten seiner Geschichten.

AM7

Kinderkram – eine ungewöhnliche Versandmitteilung

kinderkram

Die weiße Maus mit ihren Jogger Freunden auf ihrem Lakritzrollen-Weg zur Sonne! 🙂

Kinderkram! Jeder hat so seine Schwächen. Ich nasche statt Schokolade und Pralinen lieber Gummibären, Mäuse, Lakritzschuhe und Glibberhimbeeren. Muss ein Kindheitstraum(a) sein.

Am liebsten mische ich sie mir selber. So wie früher im Laden, wo die Köstlichkeiten in großen Glasgefäßen auf den Regalen aufgereiht waren. Ja, ja, so alt bin ich wirklich. Gottseidank bieten inzwischen etliche Händler so eine Möglichkeit an.

Dieser hier war neu. Was ich einfach mit euch teilen wollte, war die Versandmitteilung, die ich kurz nach meiner Bestellung erhielt.

Gute Neuigkeiten!

Mit Einweghandschuhen aus nachhaltiger
Einhornwolle haben wir Deine grandiose Auswahl aus
unseren Regalen gepickt und anmutig wie eine
Ballerina zum Packtisch getänzelt. Dort haben wir
sie an unsere Versand-Elfen übergeben, die
während der Neben-Saison bei uns arbeiten. Sie
sind putzig und ziemlich flink. Die Artikel wurden
nach einem System in den Karton verpackt, das uns
ein früherer Tetris-Weltmeister beigebracht hat.

Der Abschied unserer heißbegehrten Produkte aus
unserem Lager ist für uns jedes Mal
herzzerreißend. Deshalb bieten wir allen unseren
Mitarbeitern unlimitierten Zugang zu
Taschentüchern. Gerade als wir Deine Bestellung
in die warmherzigen Arme unseres
Versanddienstleisters übergeben haben, sahen wir,
wie sich die Elfen mit Tränen in den Augen an den
Händen nahmen und leise flüsterten: „Jábba
sô manadh, qonay.“ Wir können leider kein
Elfisch, aber sie sagten uns, man könne es grob
übersetzen mit: „Mögen diese Waren Freude und
Glück in das Leben ihres Besitzers bringen.“
Wow, jetzt haben wir selbst einen kleinen Kloß im
Hals.

Als der Lieferwagen langsam am Horizont
verschwand, erschien ein seltener
Doppel-Regenbogen über ihm. Das war der Moment in
dem wir wussten, dass unsere Artikel auf dem Weg
in ein besseres Zuhause waren.

Echt jetzt! Das ist zwar Kinderkram, aber wenigstens mal eine Idee und eine Abwechslung im eintönigen Einerlei der Bestell-, Versand- und Zahlungsbestätigungen, die heute so eingehen. Und deshalb gibt es ein Lob von mir.

Stellt euch vor: meine weiße Maus wurde von einer Elfe verpackt. Über den Quatsch kann man einfach nur Kichern und es hat mir den Tag mit einem Lächeln versüßt. Danke an die Freunde von Naschplatz.de. http://www.naschplatz.de

WinterWunderLand

Neujahrstag! Nein, geschneit hat es nicht an diesem ersten Tag des neuen Jahres. Aber Nebel, Wind und Kälte haben die Welt in einen bizarren Ort  verwandelt.
Dies ist Winterwunderland.

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Jeder noch so kleine Ast zeigt wehrhafte Stacheln. Jeder ein unglaubliches Kunstwerk für sich. Kannst du den Wind hören, wie er Hand in Hand mit dem Nebel an diesen Wundern arbeitet? Nur einfach so. Zum Spaß. Und damit du die Augen aufsperrst, während er lacht. Seine leichteste Übung.

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Blätter zeigen sich wehrhaft oder scheinen geradewegs der künstlichen Weihnachtsdeko eines Schaufensters entsprungen zu sein. Der Winter zeigt, was er kann. Staune!

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Wandle auf Traumpfaden durch den sanften Nebel, während langsam die Kälte nach dir greift. Aber kannst du dich losreißen von dieser verzauberten Welt?

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Ganz neue Blumen hat der Winter für dich geschaffen. Folge den zerbrechlichen Wundern immer tiefer in den Wald.

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Atme es ein mit allen Sinnen. Vielleicht schmilzt dieses unglaubliche Werk schon während du es noch zu begreifen suchst. Und sage Danke für dieses Geschenk.

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Priesterin

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Allein.

Er ist gegangen.

Nein. Nicht gegangen. Er verschmolz mit dem Wald  auf der Lichtung zwischen den rostroten Bäumen, die Blätter regnen.

Wie trommelnder Regen fallen die Blätter. Als wolle der Wald sich entlauben und aufgeben. Jetzt. Gerade jetzt.

Der Lärm lockt die Trolle hervor, die mit blutigen Mäulern schnüffelnd seine Spur aufnehmen.

Sie werden ihn nicht bekommen. Sie nicht. Ich nicht.

Es ist die Zeit, in der die Spinnfäden frei im Wind schweben und die Schirme der Pilze so dünn sind, dass die Sonne durch sie hindurch scheint.  Eine trügerische Zeit.

Meine Hand umklammert das alte Messer, mit dem ich ihn freigab.

Sein Atem ist noch in meiner Halsbeuge, seine graue Hand, blutig von der Trennung, umfasst noch meine Brust.

Der Wald feiert unser Ende mit einer glutroten Pracht, die ich nicht ertrage.

Meine Seele schreit nach ihm. Aber die erbarmungslosen Mächte seines Hains fauchen mich an wie ein tollwütiger Bär.

Seine Brust tropft von Schweiß, sein Herz hämmert im Rhythmus seiner Hufe. Er rennt. Das Dickicht schließt sich um ihn und um das Blut an seinen Flanken. Er rennt.

Und sein Schmerz feiert das Teilen, das Erbeben, die Macht. Feiert das Leben.

Sein Leben, das meines war für eine kurze Zeit. Die Mondsichel auf meiner Stirn pulsiert.

Ich bete.

Allein.

Bike Tipp Frankfurt: Mit dem Rad zur Alten Niederräder Brücke

Die Alte Niederräder Brücke überspannt den Main  zwischen dem Gutleutviertel und Niederrad. Es ist eine Eisenbahnbrücke, die um 1880 in Betrieb ging. Inzwischen gibt es parallel eine Neue Niederräder Brücke. Aber die alte Konstruktion hat einen besonderen Charme. Und eine Überquerung hält jede Menge Abenteuer bereit. 

Denn es führt ein Fuß-/Radweg parallel zu den Schienen. Hier kann man die Züge praktisch anfassen.

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Zwischen den Pfeilern der Brückenkonstruktion bieten sich eine Vielzahl von Blicken auf Frankfurt, die sich alle lohnen: Auf die Skyline über den Hafenbetrieb hinaus,

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auf die Wassersportler, auf das alte Niederrad, auf Feuerwehrschiff und Segelboothafen und den Schiffsbetrieb.

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Ein buntes Stück Stadt mitten im Grünen.

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Und dann ist da natürlich Orange Beach. Hier kann man die Füße in einem Strandkorb hochlegen oder die Zehen im Sand vergraben und den Main an sich vorbei ziehen lassen.

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Wir haben die Brücke mit den Bikes angefahren. Die Einbahnstraßen in Alt Niederrad sind für Fahrräder in beide Richtungen befahrbar und es radelt sich entspannt. Und das Mainufer bietet allemal eine tolle Strecke für das Fahrrad.

The Lost Key…

The Lost Key

Du sucht –  an den Rändern des Weges , inmitten der Wiesenblumen, zwischen den jungen Blüten, unter den allen Bäumen des Walds, unter dem alten Laub… Aber bist du sicher, das dies der Weg nachhause ist?

Und wenn du ihn findest, den Schlüssel –  an den Rändern des Weges , inmitten der Wiesenblumen, zwischen den jungen Blüten, unter den allen Bäumen des Walds, unter dem alten Laub, wird er die Tür aufschließen, hinter der du deine Träume wähnst? Und ist dies die Tür, die du öffnen wolltest? Ist dies die Tür, hinter der du wohnst willst?

Und wenn er dir verborgen bleibt, wenn deine Hand sich nicht um ihn schließt, wenn er für immer verloren ist, der Schlüssel – an den Rändern des Weges , inmitten der Wiesenblumen, zwischen den jungen Blüten, unter den allen Bäumen des Walds, unter dem alten Laub, wohin wirst du gehen?

Träume! Fühle das sonnengewärmte alte Metall des Schlüssels in deiner Hand, an deiner Haut, atme den Geruch nach Blut und Eisen, lass deine Hand über das raue Holz des Portals gleiten und höre im Geiste das Scharren der Tür auf den Dielen. Alles ist schon da, du hast es längst gefunden – an den Rändern des Weges , inmitten der Wiesenblumen, zwischen den jungen Blüten, unter den allen Bäumen des Walds, unter dem alten Laub. Öffne nur dein Herz und komm endlich nach Haus…

Der Nachhall des Seufzers…

Und als wir so lagen,

so umschlungen wie es nur ging,

Haut an Haut,

trommelte der Sturm die Tropfen auf das Blechdach

und wir hörten das Wasser in den Fallrohren stürzen.

Der alte Hund zu unseren Füßen atmete schwer

 und seufzte im Schlaf.

Und in den Nachhall dieses Seufzers hinein,

erzählte er mir mit weicher Stimme

die Geschichte des wilden, wilden Meeres

in mein Ohr.

Von der Unerbittlichkeit all dessen,

was geschehen würde.

Und jede Furcht schwand.

Wie er verschwand.

Ich dachte, das Meer würde ihn umarmen.

Aber das war falsch.

Er umarmte das Meer.

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November…

Idyll im Nebel

Als wären alle Lieder schon gesungen
und alle Klagen längst geklagt,
fasst er dich sanft an mit Vergänglichkeit.
 
Ein grauer Wind weht aus dem Nichts,
durchkämmt mit harten Fingern Laub nach Tod
und schickt ein Weinen durch das Tannenholz.
 
Der Traum von Eiskristall und Pfefferkuchen
erstickt in dumpfem Dunst von altem Obst.
Verdreht, zerfetzt der Klang von Kirchenglocken,
die Hoffnung fordern von den Geistern,
die zu müde sind.
 
Auf meiner Hand zergeht wie dunkelroter Samt
das letzte Rosenblatt.
 

Kommt mir nur hin und wieder in den Sinn…

…schon wieder eine Mohnblüte. Davon gibt es tausende toller, cooler Fotos. Und nun noch welche. Entschuldigung. Ich kann an ihnen einfach nicht vorbeigehen. Jedes Jahr wieder finde ich sie so völlig überraschend. Unglaublich. Wie kann es so etwas geben. Diese Blüte ist so völlig unblumig. So ein Rot kann gar nicht natürlich sein, es muss dem Malkasten eines wilden Malers entsprungen sein. Und das Grün dazu! So grell, unharmonisch ein Rot-Grün Kontrast der „Schau mich an – und zwar sofort“ schreit. Und die Textur. Wie kann etwas lebendig sein, das so vorzeitig gealtert, zerknittert, erschöpft, so ungeheuer fragil aussieht. Zitternd in jedem Windhauch. Anziehend. Ehrfurcht einflößend. Wer mag schon eine Mohnblüte knicken? Eine Laune der Natur?
Als ich das erste Mal live ein Zebra und eine Giraffe sah, so richtig mit bebenden Flanken , zitternden Nüstern und Geruch – da dachte ich auch: das kann es gar nicht geben. Klar, Camouflage im Gras und lange Hälse für hohe Bäume – aber das hätte man rein funktional doch wohl auch anders lösen können. Und seit ein paar Wochen schaue ich durch mein Makro Objektiv und entdecke eine völlig neue Welt der bebend, zarten vielfarbigen Flügel und Panzer. Fantastische Konstruktionen mit undenkbar vielen Variationen von Beinen, Köpfen, Rüsseln, Stacheln. Bedrohlich und berückend schön. Und wie damals in Afrika denke ich: da muss es also doch jemanden geben. Irgendeinen wilden Maler eben. Einen genialen Kreateur. Einen durchgeknallten, überkreativen, völlig gelangweilten Spinner, der Abermillionen Jahre damit verbracht hat, das alles zu erfinden. Und ganz zum Schluss hat dann noch uns auf die Schiene gesetzt. Und sich gleich seine eigenen Follower erschaffen. So Typen wie mich: die nach 60 Jahren immer noch mit offenem Mund vor einer Mohnblüte stehen. Natürlich glaube ich die Geschichte nicht. Kommt mir nur hin und wieder in den Sinn.
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Warum man im Winter an die Nordsee muss…

NordenHusumDruck

…ist für Eingeschworene keine Frage. Für Nichtwisser  und Nichtversteher der pure Graus. Mit gefühlten minus 12 Grad schlägt der Seewind dir den Sand um die Ohren. Statt freundlichen, blaugrauen Nordseewellen erwarten dich schmutziggraue, schaumige Wogen, die an eisigen, scharfen Abbruchkanten enden. Von wegen Salzwasser friert nicht. Meer, Sand und Wind türmen meterhohe Eisschollen am Strand auf. Beim Spazierengehen darauf achten, dass der Wind dir auf dem Hinweg ins Gesicht bläst. Auf dem Rückweg hältst du das nicht mehr aus. Und Schlick bleibt Schlick. Barfuß mag der gesund sein. Unter den Gummistiefeln wird er zur gefährlich glatten Falle. Die windschiefen Bäume auf den grauen Feldern der Küste verbreiten kahl ihre ganz eigene Tristesse. Das muss man mögen. Tu ich. Weil 1. schmecken Rumgrog und Pharisäer eigentlich überhaupt nur nach einem Winterspaziergang an der Küste. 2. dürfen wir unsere Hunde am Strand toben lassen. 3. sind außer wenigen Gleichgesinnten üüüberhaupt keine Touris unterwegs. Nordsee ganz für mich allein. 4. kann man nach strapaziösen Spaziergängen viel mehr Scholle und Krabben mit gutem Gewissen essen. 5. darf man endlich mal die megagroße Sonnenbrille tragen, ohne dass die Sonne scheint. Nämlich gegen den Wind. Machen hier alle. 5. gibt es täglich immer irgendwie, irgendwo ein Stück blauen Himmel. Garantiert pustet der Wind Löcher in die Wolken. 6. Bleibt Schnee nur ganz selten liegen, weil der Wind ihn gleich wieder weg bläst. 7. Wird bereits am 21. Februar der Winter vertrieben. Mit den riesigen Biikefeuern, die dann an der ganzen Küste entlang ihre Flammen in den Himmel werfen. 8. haben die Schafe im Winter viel mehr Wolle. 9. wer fährt schon nach Mallorca?

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