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Beziehungen

Das Fest

Zypressen

Wir feiern ein Fest.
Des Nachts im Lavendel
bei Glühwürmchenlicht.
Die Milchstraße
fällt uns auf den Kopf
und Satelliten
streifen uns durchs Haar.

Ab und zu
explodiert ein kleiner Stern
und verglüht schweigend
über den Wipfeln
der Zypressen.

Immer dann
darfst du mich küssen.

Die Zeit der Wunder

Die Zeit der Wunder
ist vorbei, sagst du.
Vernunft regiert.

Brunnen2
Und doch: ich gehe
durch ein grünes Land.
Die Ufer unerschlossen,
die Tiefen unerforscht.
Kein Weg, außer dem,
den ich gehen will.
Gefahr? Bedrohung?
Ich bin der Weg.
Und ich bin nicht verschieden
von dem Grün.
Dieses Land endet,
wenn ich aufhöre zu gehen.
Dieser Weg führt dorthin,
wohin ich gehen will.
Denn hier:
regiert die Sehnsucht.

Neu beginnen…

wasser

Was geschehen, ist geschehen. Das Wasser
Das du in den Wein gossest, kannst du
Nicht mehr herausschütten, aber
Alles wandelt sich. Neu beginnen
Kannst du mit dem letzten Atemzug.
                                                                                   Bertolt Brecht

Priesterin

hr15rot

Allein.

Er ist gegangen.

Nein. Nicht gegangen. Er verschmolz mit dem Wald  auf der Lichtung zwischen den rostroten Bäumen, die Blätter regnen.

Wie trommelnder Regen fallen die Blätter. Als wolle der Wald sich entlauben und aufgeben. Jetzt. Gerade jetzt.

Der Lärm lockt die Trolle hervor, die mit blutigen Mäulern schnüffelnd seine Spur aufnehmen.

Sie werden ihn nicht bekommen. Sie nicht. Ich nicht.

Es ist die Zeit, in der die Spinnfäden frei im Wind schweben und die Schirme der Pilze so dünn sind, dass die Sonne durch sie hindurch scheint.  Eine trügerische Zeit.

Meine Hand umklammert das alte Messer, mit dem ich ihn freigab.

Sein Atem ist noch in meiner Halsbeuge, seine graue Hand, blutig von der Trennung, umfasst noch meine Brust.

Der Wald feiert unser Ende mit einer glutroten Pracht, die ich nicht ertrage.

Meine Seele schreit nach ihm. Aber die erbarmungslosen Mächte seines Hains fauchen mich an wie ein tollwütiger Bär.

Seine Brust tropft von Schweiß, sein Herz hämmert im Rhythmus seiner Hufe. Er rennt. Das Dickicht schließt sich um ihn und um das Blut an seinen Flanken. Er rennt.

Und sein Schmerz feiert das Teilen, das Erbeben, die Macht. Feiert das Leben.

Sein Leben, das meines war für eine kurze Zeit. Die Mondsichel auf meiner Stirn pulsiert.

Ich bete.

Allein.

Heartthere is a place in the heart that
will never be filled

a space

and even during the
best moments
and
the greatest
times

we will know it

we will know it
more than
ever

there is a place in the heart that
will never be filled

and

we will wait
and
wait

in that space

— Charles Bukowski, You Get So Alone At Times That It Just Makes Sense

Aki Träumerin

Aki war eine große Träumerin. Sie jagte nachts, bellte, lief mit den Hasen um die Wette, suhlte sich wohlig und vor sich hin brummelnd in ihrem Körbchen, da war immer etwas los. Jetzt träumt sie ihren immerwährenden Traum. Du warst mein Sonnenschein auch an jedem dunklen Tag, meine große, schwarze Nase. Ich danke dir.176

Märchen erzählen…

Wenn es draußen zu früh dunkel wird, beim Schein der Kerzen, vor dem Kaminfeuer – da erzählte man sich früher Märchen, spann das feine Garn einer Geschichte oder gab alte Sagen an die folgende Generationen weiter…

Warum nicht den Fernseher auslassen, die Musik herunterdrehen und dem Klang einer Stimme lauschen, die eine Geschichte erzählt. Vielleicht eine nicht ganz aus dieser Zeit oder Welt…

Die Hexe und der Fischer

Es regnete. Die Hexe stand auf ihrem Lieblingsplatz unter der riesigen Buche auf dem Kamm des Berges. Von hier oben lag ihr ihre ganze Welt zu Füßen: das sanfte geschwungene Tal, in dem dort, wo der Wald den Hügel hinaufzuwachsen begann, ihre Hütte stand. Die Nebellichtung, auf der seltene Kräuter wuchsen und wo sich in der Abenddämmerung im Schutze des aufziehenden Dunstes seltsame Gestalten zu einer unhörbaren Musik zu drehen schienen. Den Feuerhügel, auf dem sich Jahr um Jahr alle die zum Tanze trafen, die sich unbedingt dem Leben verschrieben hatten. Und in der Ferne lag bleigrau das schweigende Meer.

Die Hexe nieste. Zeit, hier zu verschwinden, dachte sie, während sie die Feuchtigkeit aus dem Tuch wand, mit dem sie – völlig vergeblich – versucht hatte, ihre Locken vor den rinnenden Regen zu schützen.

Tatsächlich ist es nämlich so, dass auch Hexen sich ganz fürchterlich erkälten können. Es gibt eben Dinge, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Und überhaupt sind natürlich die meisten Geschichten, die man sich über Hexen erzählt, frei erfunden. Überwiegend unterscheiden sich Hexen kein Stück von ihren Mitmenschen.  Sicherlich – hier und da hexten sie eben ein bisschen. Das war es nun mal, was sie sich ausgesucht hatten zu tun. Irgendjemand hatte dem kleinen Mädchen den Wunsch dazu in die Wiege gelegt oder es waren Frauen, deren Vorstellungen über das Lebendigsein keinen Platz gefunden hatten in der Welt, in die sie hineingeboren worden waren.

Auch unsere Hexe hatte sich der unbedingten Hingabe an das Leben verschrieben, denn das war einfach die Voraussetzung fürs Hexen. Sie kannte sich ein wenig aus in der Kunst zu heilen, zog in ihrem Garten nützliche Kräuter und braute hin und wieder abenteuerliche Tränke. Aber das war es nicht, weshalb die Menschen zu ihr kamen. Sie riefen sie zu ihren ungebärdigen Pferden und die Hexe flüsterte den Tieren geheimnisvolle Worte ins Ohr, bevor sie sich mit dem Besitzer beschäftigte und ihm klar machte, dass das Pferd nie ruhig vor dem Karren gehen würde, wenn er es so dicht anschirrte, dass ihm die Deichsel in jeder Kurve in die Hinterbeine schlug. Sie baten sie um Hilfe beim Bauen der Brunnen und die Hexe fand die Stelle, an der das Wasser nahe der Erdoberfläche verlief. Die Menschen kamen zu ihr mit ihren kleinen Leiden und sie sorgte für einen ruhigeren Schlaf oder stillte den Schmerz. Aber die meisten,  die Hilfe suchten bei der Hexe, litten unter dem Leben selbst. Dann – entfachte die Hexe das große Feuer in der Mitte ihrer Hütte unter dem großen Kessel. Zog zwei bequeme Hocker in die Wärme und den Lichtschein der Flammen und brachte die Menschen zum Reden. Ab und zu warf sie eine Hand voll Kräuter mit beruhigendem Duft in den Trank, der in dem großen Kessel still vor sich hin dampfte. Und irgendwann verließen sie die Menschen wieder: getröstet, weil sie nicht länger allein sein mussten mit ihren Zweifeln und gewärmt durch den Hexentrank, der überwiegend aus guten Honigwein mit einer Prise Ingwer bestand. Es schmerzte die Hexe jedes Mal ein klein wenig, wenn sie davon weggeben musste. Denn auch Hexen brauchen an manchen dunklen Abenden Trost….

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Nebeneinander…

Du willst ein Haus.
Und ich will ein Haus.
Wir sollten sie nebeneinander bauen.
Das würde uns das Leiden ersparen, Geliebter,
unter einem Dach mit uns zu wohnen.

Nie mehr einsam – das kann doch nicht so schwer sein…

Ich bin soooo einsam. Das stimmt ehrlich!  Ich hätte sooo gerne jemanden zu Reden. Und zum Kuscheln. Und zum….  Aber er müsste schon recht gut ausschauen. Nicht so wabbelig. Groß. Gepflegt. Und einfühlsam sein. Und klug. Stark. Intelligent. Schon bitte mit Allgemeinbildung. Einem eigenen Haus. Einem eigenen Hobby. Eigentlich also einer, der ganz zufrieden ist, dem nur gerade ich für sein Glück gefehlt habe. Gerade so wie ich bin. Mit meinem eigenem Haus. Und allen meinen Viechern. Die immer vorgehen. Einen, der mag, dass ich kratzbürstig, anspruchsvoll, treffend gemein und durchaus launisch bin. Der mich so liebt, wie ich bin: schon ein bisschen angefressen , nicht mehr ganz knackig. Ich würde alles für ihn kochen, was ich gerne mag. Nach Feierabend die Dinge gern kontrovers diskutieren. Ihm zuhören, wenn ich nicht gerade was zu sagen habe. Ich wäre fast an jedem Tag der Woche für ihn da. Nur nicht gerade, wenn ich reiten oder auf dem Turnier bin. Oder einkaufen im Baumarkt, um die Sachen für die Fensterreparatur zu holen. Ich würde ihm ganz auch ganz genau sagen, was er dabei zu tun hat. Naja, auch nicht gerade am Doktor-Donnerstag. Und nicht, wenn ich arbeiten muss oder auf eine Messe. Arbeit geht natürlich immer vor. Aber dafür muss er auch nie mit mir in Urlaub fahren. Weil das Geld dafür die Viecher gefressen haben. Er wird doch mögen, dass ich ein volles Leben hinter mir habe, nun fast alles weiß und natürlich aufrecht meinen Standpunk t behaupte. Ich bin 60 und voll flexibel, offen für alles.

Das kann doch nicht so schwer sein.

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