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das leben jeden tag neu entdecken…

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Alt werden

Vintage Love

Küchenutensilien

Gebrauchtes ist einfach schöner. Alt und gebraucht. Antik. Das hat für mich weniger mit einem bestimmten Stil zu tun, als mit der Lebendigkeit dieser Dinge. Ob Haus, Möbel, Bilderrahmen oder Küchengeräte. Manche Dinge werden einfach alt. Und einige dabei immer besser. Und immer lebendiger: Sie erzählen Geschichten. Von Orten, an denen sie waren. Von Menschen, die sie umgaben. Von Händen, durch die sie gegangen sind.

Wie die knarrende alte Eichentreppe in meinem Haus, das vor über 200 Jahren mal eine jüdische Synagoge war. So viele Füße haben ihre Spuren auf ihr hinterlassen. So viele Gebete die Wände des Hauses durchzogen. Mein kleiner Bücherschrank ist ein Milchbord, in dem die Milch zum Gären abgestellt wurde.  Es stand vielleicht auf der Diele eines Hofes. Reich muss der Bauer gewesen sein, wenn er sich ein so verziertes Stück für den Tagesgebrauch leistete.

Und die alten Rührer und Löffel vibrieren geradezu in meiner Hand. Wie viele Teige, Suppen und Hände sie gespürt haben mögen… Wie viele Schicksale geteilt, auf wie vielen Wanderungen sie wohl gewesen sind… Sie verdienen, dass man ihnen zuhört.

Die Zeit der Wunder

Die Zeit der Wunder
ist vorbei, sagst du.
Vernunft regiert.

Brunnen2
Und doch: ich gehe
durch ein grünes Land.
Die Ufer unerschlossen,
die Tiefen unerforscht.
Kein Weg, außer dem,
den ich gehen will.
Gefahr? Bedrohung?
Ich bin der Weg.
Und ich bin nicht verschieden
von dem Grün.
Dieses Land endet,
wenn ich aufhöre zu gehen.
Dieser Weg führt dorthin,
wohin ich gehen will.
Denn hier:
regiert die Sehnsucht.

Neu beginnen…

wasser

Was geschehen, ist geschehen. Das Wasser
Das du in den Wein gossest, kannst du
Nicht mehr herausschütten, aber
Alles wandelt sich. Neu beginnen
Kannst du mit dem letzten Atemzug.
                                                                                   Bertolt Brecht

Der Nachhall des Seufzers…

Und als wir so lagen,

so umschlungen wie es nur ging,

Haut an Haut,

trommelte der Sturm die Tropfen auf das Blechdach

und wir hörten das Wasser in den Fallrohren stürzen.

Der alte Hund zu unseren Füßen atmete schwer

 und seufzte im Schlaf.

Und in den Nachhall dieses Seufzers hinein,

erzählte er mir mit weicher Stimme

die Geschichte des wilden, wilden Meeres

in mein Ohr.

Von der Unerbittlichkeit all dessen,

was geschehen würde.

Und jede Furcht schwand.

Wie er verschwand.

Ich dachte, das Meer würde ihn umarmen.

Aber das war falsch.

Er umarmte das Meer.

BAM10

Heartthere is a place in the heart that
will never be filled

a space

and even during the
best moments
and
the greatest
times

we will know it

we will know it
more than
ever

there is a place in the heart that
will never be filled

and

we will wait
and
wait

in that space

— Charles Bukowski, You Get So Alone At Times That It Just Makes Sense

Fängt Alter im Kopf an?

Will uns denn wirklich einer von Weisheit sprechen, wenn er übers Altern spricht? Es bleibt doch einfach wahr: Alt werden ist nichts für Weicheier. Es piekt, miept, zupft, zerrt, nervt, verwirrt, verstört, macht böse und ist manchmal einfach eklig, wenn man so an sich herunter sieht.  Aber wann fängt Alter an? Wenn wir auf einem Fuß stehen üben, weil  der Stuhl zum Schuhe anziehen in der Diele nur im Weg steht? Wenn wir uns nach dem fallengelassenen Schlüssel bücken und überlegen, ob wir nicht gleich unter der Truhe sauber machen sollen, wenn wir schon einmal hier unten sind? Wenn wir morgens aufwachen und erst einmal zur Zustandsinventur unserer Knochen, Gelenke und Innereien schreiten?

Ich behaupte, vieles davon findet im Kopf statt. Es ist kein beginnender Alzheimer, wenn ich sprachlos vor der Kuchentheke stehe und mit leicht zitterndem Finger auf das Puddingteilchen deute, weil ich nicht weiß, wie es heißt. Fakt ist: ich konnte mir diese verdammten Namen nie merken. Vor allem , da ich viel in deutschen Landen rumgekommen bin und diese Teile regional überall anders heißen.  Auch wenn mich meine Freundin am Telefon sanft daran erinnert, dass ich ihr die Geschichte vom in der Waschmaschine gewaschenen Handy schon gestern erzählt habe, hat das noch nicht mit Demenz zu tun. Fakt ist: Ich habe diese „amüsante“ Geschichte gestern mindestens  vier Leuten erzählt, da sie mich zutiefst erschüttert hat.  Wie konnte ich nur! Ich hole es doch immerimmer aus der Hosentasche und lege es auf die Küchenfensterbank, bevor ich die Sachen in die Maschine packe… Vielleicht also doch?

Fakt ist: Ich erinnere mich sehr klar daran, dass ich als Kind schon durch die Wohnung streifte und mit dem Gebet auf den Lippen, das mir meine Mutter beigebracht hatte- Heiliger Antonius, Patron der Klüngeligen, hilf mir bitte suchen! – und diverse verlegte Spielzeuge wiederzufinden trachtete.  Ich habe mein ganzes Leben lang mindestens einmal im Monat mein Portemonnaie verschusselt und während der schweißtreibenden Suche überlegt, wo zum Teufel wohl die Telefonnummern von VISA und Mastercard abgelegt wären. Das weiß ich bis heute noch nicht und das letzte Mal lag das Teil im Gartenhaus neben der Rosenschere. Ich bin zufällig am zweiten Tag darüber gestolpert. Was das Alter sicher gebracht hat, ist eine immer geringer werdende Panik und eine größere Gelassenheit bei der Suche. Die Erfahrung hat gezeigt – irgendwo habe ich das Ding brav hingelegt.

Auch die Schmerzen in meinem Knie, die Monate dauerten, stellten sich unter den tadelnden Blicken meines Orthopäden nicht als per Google selbst diagnostizierte Baker-Zyste oder dauerhafter Gelenkverschleiß heraus,  sondern als schlichte Zerrung, die tatsächlich völlig wieder abheilte. Das war ebenso wahr bei meiner „Kalkschulter“ oder meinen Hüftbeschwerden – die kamen vom dauernden Humpeln wegen der Zerrung im Knie und wurden vom Chiropraktiker innerhalb von 3 Minuten „geheilt“, indem er mir das linke Bein wieder um 2 cm verlängerte. Ich bin wirklich kein Hypochonder, aber es tat echt weh und war megalästig, wenn ich täglich meine zwei Pferde trainierte und dann abends im Sportstudio… yippeeee, ich bin also gar nicht alt und alles, alles wird wieder gut.

Aber wahr ist, dass ich den Drücken und Drehen-Verschluß vom Rohrreiniger definitiv nicht mehr aufbekomme wegen der Daumengelenksarthrose. Aber sollten diese hellen Flecken auf dem Boden mich nicht daran erinnern, dass ich vor 3 Jahren einer Flasche mit demselbigen Mike-Krüger-Mechanismus mit der Wasserpumpenzange zu Leibe gerückt bin und den Rohreiniger großzügig auf dem Dielenboden verteilt habe? Autsch!

Vielleicht war ich vielleicht einfach schon mein ganzes Leben alt? Oder werde einfach nicht erwachsen?

Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen, die es wirklich erwischt hat, ohne hier jetzt eine Diskussion über Greifhilfen anzetteln zu wollen. Ich für meinen Teil werde versuchen,  Veränderungen als Veränderungen zu begreifen, ohne sie panikartig zu etikettieren.

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