Zum Inhalt springen

Running wild

An diesem Tag der BookChallenge soll es um einen Reiseführer gehen, der zu einer Reise angeregt hat. Mir geht es wie vielen anderen, deren Artikel schon online sind. Ich kaufe Reiseführer erst, wenn ich mich für ein Reiseziel entscheiden habe. Und das heute auch nicht mehr. Online sind die Informationen viel aktueller.

Also fasse ich die Frage einmal weiter und nenne ein Buch, das mich veranlasste, auf einer Reise etwas Bestimmtes zu tun. Ein Reiseführer ist es aber auch nicht.

Eines noch dunstigen Morgens im Lower Zambesi National Park in Zambia stießen wir auf eine der wenigen überlebenden Gruppen von Painted Hunting Dogs. Ich war auf der Stelle fasziniert von diesen Tieren. Man kann sie hässlich nennen, aber schon während dieser kurzen Beobachtung am Riss konnte man ihr extrem gruppenorientiertes Sozialverhalten beobachten. Heute gibt es nur noch wenige Rudel, vielleicht 5000 – 6000 der Hunde im ganzen südlichen Afrika.

Zurück daheim kaufte ich mir den Bildband „Running Wild“ Dispelling the Myth of the African Wild Dog, der mich veranlasste, die Gruppe in Zambia noch einmal zu besuchen. Was für mich ungewöhnlich war, wollte ich doch so viel wie möglich von Afrika sehen und immer eine andere Stelle besuchen.

Nach einer abenteuerlichen und langen, langen Anreise, die vom Großflugzeug über Kleinflugzeug, Jeep und Fußweg führte, landeten wir in einem kleinen Zeltcamp direkt am Ufer des Zambesi. Hier bestimmten noch die Elefanten, wann es Essen gab. Nämlich dann, wenn es ihnen zu langweilig wurde, das Küchenzelt zu belagern.

Ein Campbild von einer anderen Zambia Reise, aber genauso ging es in Potato Bush auch zu. Heute sind alle diese Camps viel exklusiver als damals. Man schlief im geöffneten Zelt und sah, spürte und hörte die Wildtiere an sich vorbei ziehen. Das Klack-Klack der Büffelhufe auf der Betonplatform verschlägt einem dann doch den Atem.

10 Tage suchten wir dann mit einer Gruppe Studenten, die die Wild Dogs für ein Projekt beobachteten, nach den Tieren. Wir hatten das Glück an sieben Tagen eine Sichtung zu haben und viel zu sehen und zu lernen. Die Tiere sind sehr sozial, jagen gemeinsam und sind dabei sehr erfolgreich. Sie kümmern sich um alte und kranke Tiere und ziehen den Nachwuchs gemeinsam in der Gruppe groß.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist unting-dog.jpg.
Wikimedia Commons:  https://www.flickr.com/photos/45189308@N00/6860783048

Es waren noch die Zeiten von Papierbildern. Sie sind über viele Umzüge hinweg verloren gegangen oder verblichen.

Amazon.com: Nyami Nyami River God Pendant: Jewelry

Bereut habe ich die Entscheidung nie. Die Busch Camps am Zambesi hatten etwas Magisches. Hier trafen sich Fotografen, Wissenschaftler, Globetrotter und Afrikafans auf Safari. Nyamiyami der Flußgott des Zambesi, der Schlangengott, der in Hungerzeiten von seinem eigenen Fleisch lebt, erscheint in den Träumen der Ruhenden und nimmt jede Nacht ein Stück mehr von ihnen in Besitz. So ging es mir auch.

Ich kehrte noch öfter an den Zambesi zurück. Die Afrikareisen hörten auf als wir die Flußbootreise zu Jane Godalls Schimpansencamp in Gombe wegen immer stärker werdender Unruhen abgesagt haben. Manchmal muss man in Afrika sehr tapfer sein, vor allem, wenn man unorganisiert, ohne eine Gruppe unterwegs ist. Dabei zählen nicht angreifende Elefanten, sondern eher Grenzübertritte und das Nichtvorhandensein von Straßenkarten zu den gefährlichen Abenteuern. Ich habe den Kontinent seit der damaligen Unruhen nicht mehr betreten. Die typischen Touristenattraktionen interessieren mich nicht. Ich habe ein anderes Afrika erlebt. Gesehen habe ich jedes Land südlich des Äquators außer dem Kongo und Angola und die Urlaubsländer an der nördlichen Küste.

Eine Antwort auf „Running wild Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: