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Ein guter Tag

Der Himmel war blau,
ordentlich blau, wie der Himmel ist,
wenn er gut drauf ist.

Der Kuchen duftete,
ich konnte von draußen durch das Fenster
die Vanille riechen und die Butter.

Eine Brise entlockte dem Windspiel aus Strandgut
leise Töne wie fernes Möwengeschrei
und ich erinnerte mich an Wellen.

Die Rosen protzten mit ihrer Pracht,
ich blieb ganz still und antwortete nicht
dem Ruf des Liebsten.

Ich streichelte mit dem Daumen
sanft das abgegriffene Buch
auf meinem Schoß.

Und die Worte der Rilke Gedichte
sprangen aus den Seiten
und badeten in der Sonne.

Das Glas in meiner Hand wurde warm
und der Wein schmeckte nach Früchten und Erde
und ich verschüttete einen Schluck.

Ich war ohne Schmerzen und ohne Bedauern,
mein Atem fügte sich dem Rhythmus um mich herum.
Es gab nichts, was ich hätte tun müssen.

Da war ich – inmitten dieses guten Tages
und war dankbar, einfach dankbar,
und wusste nicht wem.

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