Zum Inhalt springen

Waldgraffiti

Wer kennt sie nicht: die geheimnisvollen Markierungen an den Bäumen im Wald.

Da begegnen einem während des Waldspaziergangs Punkte und Kreise und Striche in vielen Farben und Kombinationen.

f11.jpgAm 23.5.19 hatte 8Afik?? etwas aufwärts des Weges zu schaffen

Aber was bedeuten sie? Ja, wenn man das nur so genau wüsste. Also im Prinzip sind es zunächst einmal alles forstwirtschaftliche Markierungen, mit deren Hilfe Waldbesitzer, Forstarbeiter und Förster miteinander kommunizieren.

Zwar hat man 2014 versucht, diese „Sprache“ hessenweit zu vereinheitlichen, aber letzten Endes bleibt es jedem Waldbesitzer überlassen, wie sehr er sich daran hält. Von bundesweiter Vereinheitlichung kann erst gar keine Rede sein.

So findet man bei einem gemütlichen kleinen Waldspaziergang – ich spreche nicht von einer Tageswanderung – in einem Waldstück völlig unterschiedliche und zum Teil äußerst kreative Zeichen. Bleibt nur zu hoffen, dass alle, die dort arbeiten, ein gutes Handbuch dabei haben.

Die Z-Bäume

f2.jpg

Z-Bäume sind Zukunftsbäume. Schön gewachsen, schadfrei, mit vitaler Krone sind sie die stärksten Bäume in ihrem Umkreis und niemand darf Hand an sie legen. Sie sind das Zukunftskapital des Waldes. Sie werden meist mit einem oder mehreren weißen Punkt oder einem Ring gekennzeichnet.

Bedränger werden rot markiert

f22.jpg

Konkurrierende Nachbarbäume, auch Bedränger genannt, werden meist mit mehreren roten Schrägstrichen auf Augenhöhe markiert. So dass der Harvesterfahrer oder Waldarbeiter von allen Seiten erkennen kann, dass er hier Arbeit hat. Diese Bäume müssen nicht nur dem Z-Baum Platz machen, sondern auch der noch jungen, nachwachsenden und lichthungrigen Generation jüngster Bäume in Bodennähe.

Auf dem Bild kann man im Hintergrund den Z-Baum erkennen. Was nun der durchgestrichene Kreis zu bedeuten hat – keine Ahnung.

Habitatbäume

Dafür habe ich kein Beispiel gefunden auf meinem Weg. H-Bäume sind ökologisch wertvolle Bäume, z.B. mit Eulenhöhlen oder Spechthöhlen. Hier muss auch im näheren Umkreis Ruhe gehalten werden.

Rückewege

F23.jpgEine Rückeweg Markierung auf einem Z-Baum.

Und damit nicht jeder einfach quer durch den Wald kutschiert mit schweren Maschinen, sind die Rückewege gekennzeichnet. Meist mit mehreren Ringen, zusätzlich mit einem R oder Richtungsweisern. Farbe? Macht jeder, wie er will.

f12.jpgEine Rückeweg Markierung ein paar Hundert Meter weiter,
im Wald eines anderen Besitzers. 

Geheime Zeichen

Und dann gibt es da noch die vielen geheimen Zeichen. Nun, geheim sind sie natürlich nur für mich. Ansonsten hoffe ich ja auf das Waldarbeiterhandbuch, das schlau macht.

f4.jpg

Was für Eis? Ist dieser Baum schon verkauft? An Herrn Eis? Normalerweise werden die gefällten Stämme mit dem Käufernamen in Grün markiert.

f3.jpg

Dieser Rückeweg führt wohin oder zu welchen Taten? Küche? Küsse? Küste?

f1.jpg

Oder auch mal schlicht in weiß. VB Tag 2 und 3 in diese Richtung?

f8.jpg

Ahh, das hatte ich schon mal gelesen. Eine Hochsitzmarkierung, die für die Treibjagden irgendwie verwendet wird. Alles klar.

Nur dass die nächste Markierung auf einem Baum sitzt.

f6.jpg

Der an einem Rückeweg liegt? Und der trotzdem gefällt werden soll? Und warum hatten all die anderen Hochsitze keine Nummer? Wo sind 44 und 46?

Für mich bleibt das leider Baumkauderwelsch.

Wer immer es besser weiß – ich freue mich auf eure Kommentare!

 

2 Antworten auf „Waldgraffiti Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: