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Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren liegen die Rauhnächte.  Es sind die fehlenden Tage des Jahres, die unaussprechliche Zeit. Eine finstere Zeit, eine kalte Zeit, mythenumwoben, voller Geheimnisse.

Zwölf Tage, die verloren gegangen sind zwischen Mond- und Sonnenkalender, zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar.

Dream99

Die Zeit der Geister und Dämonen, der Perchten, Teufel und Schlenzer. Aber auch eine heilige Zeit, in der die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits dünn und durchlässig ist.

Wer sich vor dem Bösen schützt, kann in dieser Zeit vielleicht einen Blick in die Zukunft werfen oder die weise Frau um ein Orakel bitten.

Wenn ihr eure Häuser gut geräuchert habt mit dem heiligen Rauch, setzt euch in den Kreis und gießt das Blei. Bittet die Sternsinger um den Haussegen über euer Eingangstür.

Perchten.jpg

Hütet euch in diesen Nächten vor der Wilden Jagd, die übers Land zieht. Lasst keine weiße Wäsche auf den Leinen, die die Dämonen als Leichentuch für euch verwenden könnten.

Verschließt die Ohren vor dem Gerede der Tiere in den Nächten, die zwar die Zukunft weissagen, aber eine, die ihr nicht mehr erlebt, wenn ihr lauscht.

Wenn ihr an einem magischen Ort die Zukunft befragt, so dreht euch nicht um nach den Gestalten, die euch begegnen und sprecht sie nicht an.

Seid klug und achtsam und nutzt die Zeit gut. Ihr schafft das schon.

Wer den Mut nicht aufbringt, all dem zu begegnen, der bleibe daheim und faste und überdenke sein Leben, während draußen das Unbekannte um die Häuser geht.

 

 

Die Perchtenbilder aus meinem Composite sind von Johann Janitz und Almenlandteifl Passeil

5 Antworten auf „Zwischen den Jahren Hinterlasse einen Kommentar

  1. ich werde ab der Wintersonnenwende (heute!) „reisen“ und achtsam hinhören, zu dem, was es zu hören gilt, was ich hören kann und möchte. Schöne Gedanken:Spiele von Dir zum Thema Rauh:Nächte, das Alte mit dem Modernem klug verwoben, habe es mir Freude gelesen.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich bin tatsächlich noch damit aufgewachsen, mit diesem „Aberglauben“, der einen ganz besonderen Zauber hat. Und i manchen Jahren schaffe ich es, diesen Zauber in mir wieder zu erwecken. Danke für diese. Beitrag und die Bilder. Allerdings gab es bei mir im Norden keine perchten, es war Wotan, der mit seiner wilden Jagd durch den Himmel fuhr, und wehe dir, du hast versucht ihn zu sehen! Dann hat er doch gleich mit genommen auf seinen Karren! Magische Zeit. Liebe Grüße Katrin

    Gefällt 1 Person

  3. Das sind zauberhafte Bilder und deine Erinnerung an die Rauhnächte, ihre besondere Magie, habe ich sehr gerne gelesen, da ich Jahr für Jahr mit ihnen „tanze“.
    Ich wünsche dir eine wunder-bare Zeit.
    Herzliche Grüße
    Ulli

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