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Dämonenträume

English version s. below

„Traumverloren“ lautete das Wort des Tages in Wildgans’s Weblog und ich assoziierte ein junges Mädchen in rosé, das in sich versunken über den Pfad eine Parks flanierte.

Dies Bild zerstob in einem Augenblick. Nicht meine Version von traumverloren.

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Verloren im Traum. Verirrt. Gefangen. Gefangen gehalten von einem Traum.

Ich und die Träume – wir sind keine Freunde. In meinen Träumen walten Dämonen, lauern Monster, bewegen sich Fremde, die mir auf der Spur sind. Mir und meinen Geheimnissen, die es nicht gibt.

Die mich schreien lassen mitten in der Nacht, schweißbedeckt und mit zerplatzendem Herzen, pochendem Kopf.

Wirr zwischen dem Hier- und Dortsein verirrt.

Es ist nicht wahr. War es jemals wahr? Nicht, was meine Erinnerung angeht. Und doch, es fühlt sich an wie echt. Realer als das sanfte Wehen des Windes durch das Dachfenster, das die roten Mositonetze über mir sanft zum Kräuseln bringt. Wirklicher die Ereignisse vom Abend zuvor.

Wahrer als ich es jemals wahr haben will.

Verloren in einer Stadt, deren alte Steine bizarre Muster und Bauten bilden. Verirrt auf einem Bahnhof oder Flughafen mit endlosen Steigen, Kontrollen und stillen Gängen. Verlassen und allein. Den Namen des Ortes vergessen, der Zuhause bedeutet. Sich verzweifelt erinnern wollen, wer mir der Nächste ist, mir zu helfen im Chaos.

Da sind all die Menschen, die es in meinem Leben nicht mehr gibt. So oder so. Verwandelt, verwaschen, mit vertauschten Persönlichkeiten. Kein Halt. Keine Sicherheit. Sie sehen mich nicht. Halten mich für jemand anderen.

Das Haus ist zu groß. Zu viele Zimmer, Gänge, kein Ausweg zum Garten. Jede Treppe führt zu einer anderen. Türme wachsen in den Himmel. Fenster zeigen eine unbekannte Landschaft.

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Und dann: all die Fremden. All die Gestalten, die über diese graue Ebene ziehen. Lastentragende Fabelwesen und Kinder in Lumpen. Schattendämonen huschen durch den Zug, nur wenig Schutz bieten die riesigen, spitzen Felsnasen.

Häuser explodieren, Sterne fallen vom Himmel, Warlords hausen mit grauen Menschen in Tiefgaragen, schwer bewaffnet.

Und immer wieder: Küsten. Raue, wilde Küsten, kein Weg entlang der Wasserlinie. Und im Wasser – Wesen, zu groß, fehl am Platz und doch beherrschen sie jetzt die Meere. Kann ich dieses Mal entkommen?

Ich kann nicht entkommen. Niemals.

Ich bin verletzt, entsetzt, verzweifelt, voller Angst. Schreie. Wache auf und versinke wieder. Es tötet mich nie. Es hält noch viele weitere Nächte für mich bereit.

Es?

Ich lebe ein friedliches Leben. Voller wundervoller Entdeckungen und glücklichen Erlebnissen. Ohne Bedrohungen und große Sorgen. Tagsüber.

Nachts holt Es mich und es streift mit mir durch Welten, die alle meine Ängste und Zweifel in immer neuen Bildern und Geschehen widerspiegeln. Es ist nicht fertig mit mir.

Was habe ich getan? Welches unbekannte Monster habe ich vergraben?

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Ich will es nicht wissen. Nicht, weil ich ihm nicht begegnen möchte. Es kann nur grau und öde sein verglichen mit meinen persönlichen cinematischen Nachtvorstellungen.

Ich habe aber keine Zeit. Was mir zum Leben bleibt, will ich leben. Und mich nicht mit dem Ausgraben von Monstern beschäftigen.

Also bitte ich das Universum um einen traumlosen Schlaf.

Und ich lerne es zu verhandeln. Ich verhandle mit Dämonen. Sie können durchaus vernünftig sein. Manchmal.

Neulich konnte ich mich und ein paar andere durch schlagkräftige Argumente und das Überlassen einiger entbehrlicher Rationen von einem Dämon freikaufen, der unseren Höhleneingang sprengen wollte, um uns von der Sauerstoffzufuhr abzuscheiden.

Und ich verhinderte das Entstehen eines neuen endlosen Korridors dadurch, dass ich meine Reisetasche zwischen die letzte Tür warf, bevor sie sich schließen konnte.

Ich lerne dazu.

Vielleicht ist es nicht hoffnungslos. 😜

 

Demon Dreams

„Lost in Dreams“  was word of the day in Wildgans’s Weblog today and I saw before my eyes a young girl in rosé walking  – wrapped in thoughts – along a path in a park.

The image scattered within a moment.  Not my version of “lost in dreams” .

Lost in a dream. Confused. Trapped. Trapped in a dream.

Me and my dreams – we are no friends. In my dreams demons rule, monsters are lurking, strangers are following me. Me and my secrets, which are none at all.

Dreams that make me cry out middle of the night, bathed in sweat, with a bursting heart and throbbing head.

Crazed and lost between being Here and There.

It’s not true. Has it ever been true? Not according to my memory. But then, it feels real. Much realer than the soft breeze from the roof windows, which silently ripples the mosquito net above my head.  Realer than the things that happened yesterday.

Much more true than ever wanted it to be true.

Lost in a town, whose old stones form bizarre patterns and structures. Getting lost in a station or airport with endless gates and platforms, controls to pass and dead silent corridors. Forget the name, that means home. Try desperately to remember, who is the person nearest dearest to me, to help me in chaos.

There are all the people, who do not belong to my life anymore. One way or another. They have turned into something, look blurred, exchanged personalities. No support from them. No safety. They don’t see me. They think I was somebody else.

The house is much too big. Too many rooms, hallways, no escape to the garden. Every stair leads to another. Towers grow high into the sky. Windows opening to a strange unknown landscape.

And then: all the strangers. All these shapes, which move across this gray plains. Load carrying mythical creatures and children in rugs. Shadow demons linger between them. Just a little bit of safety can be found under the huge, sharp rocky outcrops.

Houses explode, stars fall from sky, warlords reside with their grey humans in underground car parks, heavily armed.

Again and again: Shores. Rough, wild coasts, no way along the waterline. And in the sea? Creatures, much too big, out of place, but still they now command the seas.

There is no escape. Never.

I am hurt, horrified, despaired, full of fear. Scream. Awake and sink back. It never kills me. It is prepared for a lot more nights like this.

It?

I live a peaceful life. Full of wonderful discoveries und happy experiences. Without threats and bigger sorrows. At daytime.

At nighttime “It” is coming for me and we are roaming worlds, which reflect all my fears and doubts in always new images and stories. It is not through with me.

What have I done? Which unknown monster did I bury?

I do not want to know. Not that I’m afraid to face it. It can only be grey and dull compared to my personal cinematic night shows.

But I have no time. What is left to live, I want to live. Und not wasting my time with the excavation of monsters.

So I pray to the universe for a dreamless sleep.

And I learn to negotiate. I negotiate with demons. They can be quite reasonable. Well – sometimes.

Lately I was able to rescue me and a few followers by some strong arguments and in exchange for some dispensable rations from the demon, who wanted to blast our cave entrance in order to cut us off from our oxygen supply.

And I prevented the formation of a new endless corridor by blocking the door with my travel bag, before it could close again.

I’m learning.

Perhaps there is still hope.

 

 

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