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ebay Kleinanzeigen, Vorstellungswelten und die Kunst der Kommunikation

Schrank2Steigen wir ohne lange Vorreden ins echte Leben ein. So, wie es wirklich ist.

Die Kommode
Ich hatte eine Kommode für 10,00 EUR angeboten und gesagt, dass sie recht schwer sei und es wohl 2 Leute für den Transport bräuchte.

Annika:
Hallo, ist die Kommode noch da?
Fröhliche Weihnachten 🙂

Annika später: Dann würde ich sie gerne holen.

Annika später: Geht die Kommode in einen Opel Aquila?

Annika später: Wie schwer ist die Kommode?

Annika später: Und wann ist denn bei euch Hilfe für den Transport da?

Ich habe meine stets freundlichen Antworten ausgelassen. Meine letzte Antwort besagte, dass wir als Rentner nicht in der Lage seien beim Transport zu helfen.

Annika: Ah okay, dann vor Sylvester?

An dieser Stelle habe ich die Kommunikation abgebrochen.

Der Schrank
Der Schrank war zu verschenken. Musste allerdings im zweiten Stock abgebaut werden, da er sonst nicht die Treppe herunter ging.

Folgend Anfragen erhielt ich:

AS: Wir wollten ihren Schrank holen?

Anna: Ich habe Interesse für den Kleiderschrank.Wer ist Mörbisch auch den Kleiderschrank vorbeizubringen weil ich leider kein Auto habe und ich kann es leider nicht abholen mein Mann ist ja arbeiten

Geirhou: Wann kann ich den abholen?

Sergei: Kann ich morgen kommen und abholen?
Meine Antwort: Ja ab 17.00 Uhr in 12345 Mummelhausen.
Sergei: Das zu weit weg.

Lesen ist Kunst. Wohl wahr. Postleitzahl und Maße waren natürlich jeweils Bestandteil der Anzeige.

„Guten Tag, hallo, liebe Grüße“ sind wohl nicht mehr so in. Aber ich bin alt, hab wohl verpasst, was da so angemessen ist.

Das Internet ist ein böser, finsterer Ort. Da nennt man keine Namen, Initialen, Namenskürzel und Handynummern müssen wohl reichen. Adresse nennen im Austausch gegen die Abholadresse geht wohl auch nicht. Feste Termine machen scheint auch out zu sein. Und wo kommt um Himmels willen dieses Anspruchsdenken her?

Natürlich habe ich brav auf alles geantwortet. Zum Teil bis zu 4 Mal. Der Schrank steht hier immer noch. Ich habe Stunden damit verbracht, die Anfragen und ihren Verlauf zu bearbeiten und auseinander zu halten.

Nichts gegen Kleinanzeigen. Ich habe für 500 EUR ein Objektiv gekauft, mit perfekter Abwicklung und freundliche, engagierte Menschen dabei kennengelernt. Toll!

Was habe ich gelernt? Keine Kleinpreisartikel mehr einstellen und nichts verschenken. Der Schrank wird auseinander genommen und zum Sperrmüll gegeben. Die Kommode behalte ich. Sie ist schon wieder voll.

 

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