Schönheit ist vergänglich. Je flüchtiger sie ist, desto mehr scheint sie es uns wert, sie in irgendeiner Form zu konservieren – sie zu zeichnen, zu beschreiben, zu fotografieren…

Vielleicht ist es die schnelle Vergänglichkeit, die den Klatschmohn so faszinierend macht. Wer sich an ihm vergreift, ihn pflückt, muss erleben, wie er innerhalb kürzester Zeit vergeht. Statt zu verwelken, zerfällt er fast zu einem Nichts. Selbst am Stängel reagiert er auf Wärme und Licht überempfindlich, seine Lebensdauer so kurz, dass die prachtvolle Blüte aus dem Morgenlicht schon im Abendschatten vergangen ist.

Mythologisch steht dann auch der Klatschmohn oft für Verletzlichkeit; Empfindlichkeit und im positiven Sinne für Sensibilität.

Seine Fähigkeit auf viele Arten seine Samen in großer Menge zu verteilen mag zu seiner Bedeutung als Fruchtbarkeitssymbol beigetragen haben. Sein extremes Rot steht für Herzensstärke und Wärme.

Seine Bedeutung als Trostspender mag allerdings auf eine Verwechslung mit seinem Bruder, dem Schlafmohn, zurückzuführen sein.

Meine Fotos sind bearbeitet mit dem Ziel, die Eigenart der Blütenblätter, die wie knittriges Papier erscheinen, herauszustellen. Und so die Flüchtigkeit der zarten Schönheit des Klatschmohns noch weiter zu betonen.