Zum Inhalt springen

Nach dem Sturm…

Die Nacht ist vorbei. Wir haben sie überstanden. Das Gewitter ist weitergezogen. Der Herzschlag meines kleinen Hundes hat sich beruhigt. Aber sein Schlaf ist noch aufmerksam flach. Als ich einen Fuß aus dem Bett schwinge, sieht er gleich auf. Der Donner hat das Haus in seinen Mauern erschüttert. Gewaltig war er. Die Wassermassen aus Monstertropfen, die ziegelspaltend auf unser Dach niedergingen und gegen unsere Fenster wüteten,  haben wir erfolgreich ausgesperrt. Alles ist trocken.  Die Regentonne ist voll. So soll es sein.

Draußen ist es grau. Und seltsam still. Keine einzige Vogelstimme. Sitzen sie alle noch aufgeplustert trocknend stumm in ihren Nachtzweigen, erschüttert von den Lichtschwertern, die den Himmel teilten? Seht doch ihr Lieben, er ist noch ganz. Kein sehr freundliches Zuhause heute Morgen dieser Himmel, aber er ist noch da. „Zirp“ und noch eines, ganz vorsichtig „Zirp“ – klingt elend.

Meine Migräne ist mit dem Gewitter gegangen. Der Schmerz hallt nach, will nicht vergessen werden. Ein Morgen, der eher nach einer Tasse Kakao schreit als nach einem Kaffee. Kein Anreiz da draußen, um so richtig wach zu werden. Das einsame Auto, das sich mit Licht die Straße zum Dorf hinunter schlängelt sieht nach „ich trau mich“ aus. Ich stelle mir kurz vor, das Gewitter hätte alle Menschen aus diesem Dorf mit sich genommen. Nur ich bin noch hier. In die Bestürzung bei diesem Gedanken mischt sich ein vorlautes, glucksendes „alles meins“. Ach du lieber Himmel…

Ein Morgen um zu schreiben, das Leben aus den Tasten zu erwecken. Es scheint Hilfe zu brauchen.

3 Antworten auf „Nach dem Sturm… Hinterlasse einen Kommentar

  1. oh jee…Migräne

    Ich kann ein Lied davon singen. Eine böse Begleiterscheinung bei Wetterlagen, wie du sie beschrieben hast. Und am nächsten Tag schmerzt der Kopf noch von den Kopfschmerzen.
    Die letzten 3 Tage verbrachte ich mit einer latenten Migräne. Zu schwach, um Tabletten zu nehmen, zu starkt, um sich wohl zu fühlen. Bei Wetterumschwung meldet sich bei mir auch die Migräne.

    Deutschland hat die letzte Hitzewelle dieses Sommers hinter sich gebracht. Zum Glück ohne Gewitter… die kühlen Temperaturen kamen einfach so…

  2. Die Migräne war nur eine Zugabe.Was ich so bemerkenswert finde, ist diese „Wir haben es überlebt“ Stimmung, die selbst nach kleinen Unwettern um sich greift. Nachbarn reden plötzlich miteinander, erzählen, was alles kaputt ging oder ganz blieb. Fühlt sich an wie ein sauber gewaschener Neubeginn. Als ich heute früh aufwachte, war es noch nicht so weit. Eine befremdliche Stille… Aber das Gewitter hatte die Nachbarn nicht mitgenommen. Sie kamen dann alle heldenhaft aus ihren Häusern hervor…

    • hier in unserer Region gibt es eher selten ExtremGewitter. Die Ostsee verschlingt die dicken Gewitterwolken fast immer.

      Aber extreme Umwetter machen uns Menschen wieder mal deutlich, welch unbedeutende Krümel wir auf Erden eigendlich sind. Manchmal müssen wir sogar um unsere Leben bangen. Die Ängste bringen die Menschen näher 😉 – das stimmt. Jeder hat seine Eindrücke, die er gern mit dem anderen austauscht. Und niemand konnte sich dem Ereignis entziehen. Das verbindet nochmals.

      Ich erninnre mich, das sich als Kind „Das nach dem Gewitter“ genau so wahrnahm. Alles war wieder entspannt – die Geischter meiner Eltern, die Luft – und die Bäume waren so grün wie nie. Alles schien nach der (be)drückenden Hitze aufzuatmen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: