Die Nacht ist vorbei. Wir haben sie überstanden. Das Gewitter ist weitergezogen. Der Herzschlag meines kleinen Hundes hat sich beruhigt. Aber sein Schlaf ist noch aufmerksam flach. Als ich einen Fuß aus dem Bett schwinge, sieht er gleich auf. Der Donner hat das Haus in seinen Mauern erschüttert. Gewaltig war er. Die Wassermassen aus Monstertropfen, die ziegelspaltend auf unser Dach niedergingen und gegen unsere Fenster wüteten,  haben wir erfolgreich ausgesperrt. Alles ist trocken.  Die Regentonne ist voll. So soll es sein.

Draußen ist es grau. Und seltsam still. Keine einzige Vogelstimme. Sitzen sie alle noch aufgeplustert trocknend stumm in ihren Nachtzweigen, erschüttert von den Lichtschwertern, die den Himmel teilten? Seht doch ihr Lieben, er ist noch ganz. Kein sehr freundliches Zuhause heute Morgen dieser Himmel, aber er ist noch da. „Zirp“ und noch eines, ganz vorsichtig „Zirp“ – klingt elend.

Meine Migräne ist mit dem Gewitter gegangen. Der Schmerz hallt nach, will nicht vergessen werden. Ein Morgen, der eher nach einer Tasse Kakao schreit als nach einem Kaffee. Kein Anreiz da draußen, um so richtig wach zu werden. Das einsame Auto, das sich mit Licht die Straße zum Dorf hinunter schlängelt sieht nach „ich trau mich“ aus. Ich stelle mir kurz vor, das Gewitter hätte alle Menschen aus diesem Dorf mit sich genommen. Nur ich bin noch hier. In die Bestürzung bei diesem Gedanken mischt sich ein vorlautes, glucksendes „alles meins“. Ach du lieber Himmel…

Ein Morgen um zu schreiben, das Leben aus den Tasten zu erwecken. Es scheint Hilfe zu brauchen.